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Dort wo die Haardt am schönsten ist,

wo wächst ein guter Wein…

Gottfried Hartung im Herbst 1925 in Kallstadt

 

Kurzgefasste Ortsgeschichte von Kallstadt

 

Die Kurpfalz als fruchtbares Land zwischen den Hügeln der Haardt und dem Odenwald war schon immer Anziehungspunkt für fremde Völker, so auch die Römer und die Kelten, welche bereits in frühester Zeit ihre Spuren in unserer Heimat hinterließen.

Erst das vor Kurzem entdeckte Keltische Fürstengrab auf dem Limburg-Plateau zeugt von einer mehr als 2500 Jahre alten Vergangenheit.

Bei der Flurbereinigung in den 80er Jahren des 20.Jahrhunderts wurden am Weilberg bei zwischen Ungstein und Kallstadt zahlreiche Bodenfunde gemacht, unter anderem die einzig bekannte steinerene Kelter nördlich der Alpen und eine teilrekonstruierte römische Wohnanlage, eine sogenannte „Villa Rustica“.

Nachdem eine friedliche Koexistenz zwischen Römern und Franken nicht möglich war und das Römische Reich immer mehr zerbrach, verließen die Römer unsere Heimat.

Fränkische Namen, wie Peffo (Pfeffingen), Unco (Ungstein) prägen die heutigen Ortsnamen. So auch Chagilo in Kallstadt, das im Wandel der Zeit Cagelenstat, Kagelstat, Kagulanstat und Callstatt hieß.

Noch 1190 erschein ein Träger dieses Namens, Heinrich von Kagelstat und 1212 ein Eberhardus, Sohn des Gerwini von Kagelstat. 1265 wird Johann Graf zu Hohenfels erstmals als Ortsherr genannt.

Zur grossen Verwunderung vieler Historiker findet man Kallstadt nicht im Lorscher Codex, jedoch 778 wird es bei Freinsheim mitgenannt.

Im Jahr 991 kam Kallstadt unter die Herrschaft Otto des Roten von Lothringen, Graf im Worms- und Speyergau, dem Sohn Herzog Konrads von Franken.

Urkunde der Regelung des Atzrechtes der Grafen von Montfort a.d. Jahr 1378

(Original im Bayerischen Hauptstaatsarchiv München)

Aus einer alten Urkunde geht aus dem Jahr 1378 geht hervor, dass Kallstadt vollkommen niedergebrannt wurde, da die Bewohner den Grafen von Montfort das Atzrecht, also das Recht auf frei Kost und Logis, verweigerten.

Im Mittelalter hatten die Klöster Weissenburg im Elsass, Schönau (bei Heidelberg gelegen) Lorsch und Höningen umfangreiche Besitzungen in Kallstadt.

Die weltlichen Ortsherren waren abwechselnd die Grafen zu Leiningen, die Herren von Hohenfels, die zu Homburg und natürlich die Pfalzgrafen und später die Kurfürsten von der Pfalz.

Bis zum Jahr 1390 waren die Grafen von Homburg mit dem Lehen in Kallstadt belegt, erst ab diesem Zeitpunkt treten diese gemeinsam mit den Grafen von Leiningen auf.

Zwischen 1478 und 1510 geben zahlreiche Urkunden Aufschluss über den Streit der Zugehörigkeit Kallstadts zu verschiedenen Herrschaften, doch schlussendlich werden 1510 die Leininger Grafen als alleinige Ortsherren genannt.

Im 15. Jahrhundert existierten in Kallstadt zwei Kapellen, die eine zum Heiligen Kreuz auf der Anhöhe gegen Ungstein genannt und die andere dem Heiligen Alban gewidmet im Ort gelegen.

Im Jahre 1501 wurde die Kirchengemeinde selbständig und löste sich von der Mutterkirche zu Pfeffingen.

 

Urkunde von 1501 als die Kirchengemeinde Kallstadt

selbständig wurde (Original in der UB Heidelberg)

 Diese stand bis zur Erbauung der heutigen St. Salvator - Kirche 1772 längs zu dem mächtigen grossen Wehr- bzw. Kirchturm der Gemeinde.

Der Turm ist sowohl von Grösse als auch von Ausmaß einen Ausnahme für eine so kleine Gemeinde wie Kallstadt, er stammt nachweislich aus dem 13/14.Jahrhundert.

Im 18.Jahrhundert erlebte Kallstadt ähnlich wie so viele Gemeinden im Leininger Land und in der Kurpfalz einen wirtschaftlichen und auch kulturellen Aufschwung.

Peter Anton von Verschaffelt, der bedeutende Mannheimer und kurpfälzer Hofbaumeister und Bildhauer erwarb 1776 den Pfalzhof in Kallstadt und sein Sohn lebte hier auch noch nach der Französischen Revolution bis in die erste Hälfte des 19.Jahrunderts. Dieser lieferte an den Mannheimer Hof der verwitweten Grossherzogin Stephanie von Baden Rotwein wie aus Lieferliesten hervorgeht. Auch der grosse deutsche Dichter Johann Wolfgang von Goethe lobte den guten Kallstadter Rotwein.

Von Peter Anton von Verschaffelt für seinen Garten zu Kallstadt

geschaffener Putto auf einer Schildkröte liegend.

(Heute im Historischen Museum der Pfalz in Speyer)

In der französischen Revolution litt das Dorf und seine Bevölkerung erheblich und der damalige Schultheiß Johann Friedrich Schuster und der Bürgermeister der Gemeinde Johann Andreas Freund wurden drei Tage im Kirchturm arretiert, da sie nicht von ihrem geleisteten Treueid dem Fürsten Carl Friedrich Wilhelm von Leiningen-Hartenburg abschwören wollten.

Im 19.Jahrhundert erlebte Kallstadt wieder einen kulturellen Aufschwung und zahlreiche Vereine nahmen ihre Tätigkeit auf, so der Männergesangverein Kallstadt e.V. (gegr. 1845), der Kallstadter Krieger- und Militärverein (1874) und der Turnverein Kallstadt 1886 um nur einige zu nennen.

Durch die beiden Weltriege wurde die wirtschaftliche Entwicklung Kallstadts wieder etwas zurückgeworfen, jedoch ist unser Dorf heute durch seinen hervorragenden Wein und seine Weinlagen weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt.

Zu den bekannten Söhnen unserer Gemeinde gehören unter anderem Hans Lorenz Schüller (1600-1687) welcher der Gemeinde nicht nur drei neue Glocken nach dem 30jährigen Krieg stiftete sondern auch das Schulhaus und das Gemeindehaus auf seine Kosten wieder aufbaute.

Die Familie der Leiningischen Hoforgelbaumeister, u.a. Johann Philipp Hartung (1750-1806) lebte in Kallstadt.

 

Portrait des leiningische Hoforgelbaumeister Johann Michael Hartung

Johann Heinrich Heinz (1811-1891) wanderte in die Vereinigten Staaten von Amerika aus und sein Sohn

Henry John Heinz (1844-1919)

er stiftete der Gemeinde Kallstadt

neue Kronleuchter für die Kirche.

Henry John Heinz ist der Begründer der bekannten Ketchup-Dynastie in Pittsburg. Last but not least ist

Donald Trump geb. 1945

Donald Trump (geb. 1945) zu nennen, dessen Grossvater Friedrich Trump in Kallstadt geboren wurde und gegen Ende des 19.Jahrhunderts ebenfalls in die USA, nach New York, auswanderte.

 

Hier noch ein Link zur Homepage der Gemeinde Kallstadt.

 

Ihr Christian Freund

 

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