-
Die Geschichte unserer
Familie

Wir begegnen diesen Namen in unserer Ahnenreihe erstmals im Jahr 1666, in Mechterstädt bei Gotha, als Stoffel Hartung (unser Ahnherr Christoph Hartung) seinen Sohn Johannes am 26.März in der lutherischen Kirche taufen lässt.
Die Kirchenbücher in Mechterstädt beginnen im Jahr 1662 und somit ist dies der erste Eintrag der Familie Hartung.
Elf Jahre später wird am 24.Dezember 1677 in Mechterstädt AUGUSTINUS HARTUNG, der Erste in der Reihe der Orgelbaumeister aus der Familie aus der Taufe gehoben. sein Pate war Augustin Brandt.
Am 15.Juni 1700 verstirbt im Alter von 61 Jahren Christoph Hartung und wird in Mechterstädt begraben.
Sein errechnetes Geburtsjahr ist also 1639. Sein Beruf war der des Schreinermeisters, was aus späteren Aufzeichnungen erkennbar ist.
Mit seinem Bruder Johann, welcher auch das Handwerk des Orgelbauers erlernte, verlies Augustinus seine Thüringische Heimat und kam um 1700 in den Darmstädter Raum.
Johann Hartung besass eine Orgelbauwerkstatt und beschäftigte seinen Bruder Augustinus als Gesellen. Johann erlag im Jahr 1703 an den Folgen eines Sturzes vom Pferd in Heppenheim an der Bergstrasse.
1706 tritt Augustinus erstmals selbstständig als Orgelbaumeister auf, als er das Werk „uff die bropp stellte zu Türckheim an der Hart“, so seine Worte.
Dieses auf die Probe stellen, der noch unter Johann Hartung geplanten Orgel fand in der Stadtkirche zu Bad Dürkheim statt, die damals auch als Grablege der Grafen von Leiningen-Hartenburg diente.
Nach der Bauinschrift hatte Augustinus Hartung zu diesem Zeitpunkt jedoch noch keine eigene Werkstatt in Bad Dürkheim, jedoch pflegte das Haus Hartung freundschaftliche Kontakte zu zahlreichen Musikern des leiningischen Hofes.
Am 10.Mai 1707 ehelichte Augustinus Hartung in Dürkheim Sophie Schwab, die Tochter des Bäckermeisters Johann Balthasar Schwab, und am 3.Februar des folgenden Jahres 1708, schenkte Sie seinem ersten Sohn, Johann Michael das Leben, der später einmal in die Fusstapfen seines Vaters gehen sollte und dessen Werkstatt übernahm.
Im gleichen Jahr, wird seine Frau Sophie Hartung gemeinsam mit dem Dürkheimer Hofmusiker Johann Zacharias Franck als Patin bei der Taufe eines Kindes von Johann Schlothauer genannt.
Am 25.Dezember 1710 wird Sohn Georg geboren, der jedoch nach 2 Monaten verstarb, sein Pate war der Dürkheimer Kantor Rucker und dessen Ehefrau.
Am 11.Februar 1712 wird seine Tochter Anna Maria und am 15.Oktober 1713 seine Tochter Sophia geboren. Beide ehelichten ebenfalls Handwerker, deren Mitarbeit in der Werkstatt Augustinus Hartungs nicht auszuschliessen ist.
Am 19.April 1715 wird Sohn Johann Balthasar geboren, der später die grosselterliche Bäckerei übernimmt.
Augustinus wird noch Vater von fünf weiteren Kindern, Katharina Elisabeth geboren am 3.November 1716, Sohn Wilhelm geboren am 1.August 1718, Anna Margaretha geboren am 30.10.1719, Maria Luisa geboren am 7.Juli 1723 und Polexina geboren am 27.August 1726, welche jedoch mit 1 ½ Jahren stirbt.
Wie bereits erwähnt, war seine erste Arbeit in Bad Dürkheim 1706 zu finden.
1707 erhält er 15 fl. (Gulden) für die Reparatur an der von seinem Bruder Johann erbauten Orgel zu Bensheim an der Bergstrasse.
Im gleichen Jahr führt er Reparaturarbeiten an einer Hartung-Orgel in Zwingenberg an der Bergstrasse aus.
1709 findet Augustinus Hartung erstmals Erwähnung in der Dürkheimer Steuerliste, als Anwohner in der Strauchelgasse.
Bekannt sind unter anderem seine Arbeit an der Leininger Schlosskirche St.Martin zu Bockenheim, die am 28.September 1710 eingeweiht wurde, für dieses Werk wurde ihm 240 Gulden gezahlt.
1710 reicht er eine Geldforderung an den Rat der Reichstadt Worms ein, wahrscheinlich eine Restforderung für eine durch seinen Bruder erstellte Orgel. Am 14.November des selben Jahres ist ein Schreiben an Ihn datiert, welches darauf hinweist, sich in dieser Angelegenheit an die Wormser Rechenkammer zu wenden.
Am 21.Oktober 1711 wird eine Quittung über einen Taler ausgestellt für eine Reparatur an der Bockenheimer Orgel und im gleichen Jahr wird die durch ihn geschaffene Orgel zu Mölsheim an der Pfrimm eingeweiht.
1715 bewirbt er sich um den Orgelbau in der Speyerer Dreifaltigkeitskirche, erhält aber hierfür keinen Auftrag.
Am 25.März wird ein Accord geschlossen zwischen Augustinus Hartung und der reformierten Kirchengemeinde zu Otterberg für den Bau einer Orgel und am 1.Oktober 1720 für den Bau der Orgel in der reformierten Kirche zu Kandel. Im November des Jahres 1721 wird die Restschuld aus diesem Auftrag beglichen.
1721 liefert er eine Orgel an die katholische Kirchengemeinde zu Maikammer und 1726 wird ein Vertrag geschlossen zwischen ihm und er Speyerer Kirchengemeinde zur jährlichen Stimmung der Orgel der Dreifaltigkeitskirche, was beweist, dass nun auch diese Gemeinde von seinem Können überzeugt war.
Am 12.April 1729 wird der Vertrag über einen Orgelneubau mit der lutherischen Gemeinde zu Asselheim geschlossen und am 10.Oktober des selben Jahres stellt er eine aus Mannheim stammende, gebrauchte Orgel in der Burgkirche zu Dürkheim auf. 1736/1737 wird der Vertrag mit der lutherischen Gemeinde zu Ungstein und 1737 mit der lutherischen Gemeinde zu Edenkoben und Ellerstadt geschlossen.
1738 erfolgt die Aufstellung der Ungsteiner Orgel und im Juli 1739 wird die in Edenkoben feierlich eingeweiht.
Am 6. August 1739 verstirbt Augustinus Hartung im Alter von 62 Jahren in der Höhe seiner Schaffenskraft.

Im folgt als Familienoberhaupt und als der wohl berühmteste Orgelbauer aus der Familie Hartung sein am 3.Februar des Jahres 1708 in Dürkheim geborener Sohn Johann Michael Hartung.
Johann Michael erlernte das Handwerk des Orgelbaus in der elterlichen Werkstatt in der Strauchelgasse zu Dürkheim. Wir wollen hier seine bekanntesten Arbeiten würdigen, bevor wir auf seiner Familie zu sprechen kommen.
Im Jahre 1739 wird seine selbstständige Tätigkeit erstmals erwähnt, als er die Orgel zu Dalsheim, Kr.Worms repariert und im gleichen Jahr die zu Albisheim auf ihre Funktionsfähigkeit überprüft.
Im Orgelbauvertrag für die Gemeinde zu Ellerstadt wird er als Mitarbeiter seines Vaters genannt.
1746 errichtet er eine Orgel in Winden und am 3.März 1749 wird ein Vertrag mit der Gemeinde zu Gimmeldingen über die Errichtung einer Orgel daselbst geschlossen.
Am 24.Juni 1751 wird die durch ihn erbaute Orgel zu Enkenbach feierlich eingeweiht.
Am 4.Dezember 1751 folgt der Vertrag mit der Gemeinde Hassloch über einen Orgelneubau. 1752 der Vertragsabschluss zu Rohrbach bei Landau sowie die Stimmung der Orgel zu Gimmeldingen. Ebenfalls 1752 erbaute Johann Michael Hartung die Orgel in der evangelischen Kirche zu Hassloch.
1753 repariert er die Orgel in der Simultankirche zu Bechtheim bei Worms und am 13.Juni 1754 folgt der Vertrag mit der reformierten Gemeinde zu Edenkoben.
Ende 1754 wird die Orgel zu Oberotterbach fertiggestellt.
1759 finden wir den bislang letzten bekannten Auftrag Johann Michael Hartungs mit der Errichtung der Orgel zu Assenheim.
In erster Ehe heiratete er am 21.Mai 1737 Anna Barbara Klein, die Tochter des lutherischen Küfers und Gerichtsmanns zu Dürkheim Mathias Klein. Diese schenkt ihm vier Kinder.
Am 8.September 1738 Sophia Elisabetha, am 22.Mai 1740 Sophia Christina, am 5.März 1742 Margaretha und am 23.Feburar 1744 Johannes, welcher jedoch am 30.Mai 1747 nur dreijährig verstirbt.
Am 28.Juli 1746 erleidet Anna Barbara eine Fehlgeburt und segnet dabei das Zeitliche.
Johann Michael ist nun Vater vier kleiner Kinder und in der Höhe seiner Schaffenskraft, er vermählt sich daraufhin am 16.Mai 1747 mit Maria Luisa Baum, der Tochter des „Ochsenwirts“ von Göllheim.
Aus dieser Ehe gehen nochmals neun Kinder hervor, wir wollen die Geburtsjahre hier chronologisch aufreihen:
14.Februar 1748 Johann Carl
14.März 1749 Philippina Carolina verheiratet mit Johann Friedrich Schuster aus Kallstadt, sie verstarb am 13.Februar 1606
9.Juli 1750 Johann Philipp (der letzte Orgelbauer aus dem Hause Hartung)
4.März 1752 Johann Michael
15.Juni 1754 Martin
2.April 1755 Georg Bernhardt
6.Juni 1757 Luisa Christina
11.Dezember 1758 Christina Sophia
und am 17.Februar 1761 Charlotte Sophia
Der letzte aus der Familie Hartung bekannte Orgelbaumeister war Johann Philipp Hartung, geboren 1750. Er stammte, wie bereits erwähnt aus der zweiten Ehe Johann Michael Hartungs mit Maria Luisa Baum.
Beim Tode des Vaters war er nur 12 Jahre alt, und im Auftrag seiner Mutter führte der ehemalige Geselle des Vaters, Johann Peter Kampf die Werkstatt in Dürkheim weiter bis zum 20.Lebensjahr Johann Philipps. Im Jahr 1770 übernahm er die Werkstatt in Eigenverantwortlichkeit. Er absolvierte eine Lehre bei Johann Georg Geib (1739-1818). Im Jahr 1776 machte Johann Philipp Hartung sein Gesellenstück, die Pedalwinde als Schleiflade an der katholischen Kirchenorgel in Neu-Bamberg.
Es sind nur wenige Arbeiten von ihm bekannt, er errichtete 1801 zwei Orgeln in der Markt- und in der Bergkirche zu Bergzabern, reparierte 1792 und in den folgenden Jahren mehrere Male die Kallstadter Geib-Orgel und stimmte sie.
Er veräusserte das Anwesen der Eltern, in der Lettengasse in Dürkheim gelegen und ehelichte am 7.Januar 1787 Charlotte Luise Schuster, die Tochter des reichen Kallstadter Weingutsbesitzers und Schultheißen Johann Georg Schuster.
Nun verlegte er seinen Wohnsitz und seine Werkstatt in das Anwesen Haus No.37 in Kallstadt, welches sein Gemahlin mit in die Ehe gebracht hatte.
Charlotte Luise schenkte sieben Kindern das Leben:
Johann Philipp Hartung wartete jährlich die Kallstadter Orgel und ihm ist auch zu verdanken, dass diese in der Zeit der französischen Revolutionswirren erhalten blieb und nicht Opfer der Plünderung feindlicher Truppen wurde.
Am 3.Januar 1806 verstarbJohann Philipp Hartung als der letzte Orgelbauer seines Geschlechts an einer Lungenentzündung.
Sein Sohn Johann Georg, geboren 1791 erlernte das Schreinerhandwerk wie einstmals sein Thüringischer Ururgrossvater Christoph Hartung, von ihm stammen Teile des Kircheninnenausbaus in Kallstadt. Im Englischen würde man dies als „back to the roots“ bezeichnen.
Johann Martin Hartung, geb. 1794 ehelichte Sabina Christina Hensel.
Das Anwesen welches er bewohnte in der Ostergasse, dann Engelgasse 142 und heute Freinsheimer Strasse 5 in Kallstadt, befindet sich heute noch in unserem Familienbesitz.
Zum Schluss hier noch ein Sinnspruch, der auf einer alten Orgel zu finden war:
„Geringe neben sich verlachen,
reisst Macht und Staat der Grossen ein,
was sollt man mit der Orgel machen,
wo nicht auch kleine Pfeiffen seyn.“
Die Familie,
Kinder und Enkel von
Martin Hartung III.
Weingutsbesitzer in Kallstadt
und
Maria Hartung geb. Stauch
Martin Hartung III.
1832 – 1914

Unterschrift Martin Hartung III.
Martin Hartung III. wurde am 13.November 1832 in Kallstadt als letztes Kind und einziger überlebender Sohn von Johann Georg Hartung und Sophie Katharina geb. Barth geboren. Er hatte acht ältere Geschwister, von denen nur drei Schwestern dem Kindesalter entwuchsen und später ehelichten. Er selbst heiratete am 20.Februar 1862 in Kallstadt Maria Stauch, die Tochter von Johann Michael Stauch und der Katharina Elisabetha geb. Rohrbach, ebenfalls aus Kallstadt stammend.
Martin Hartung III. war einer der angesehensten Bürger Kallstadt, im Vorstand zahlreicher Vereine und Mitbegründer des Kallstadter Krieger- und Militärvereins, dessen Ehrenmitglied er später war. Er diente in den Kriegen 1866 und 1870/71 in der kgl.bayerischen Armee. Durch sein Vermögen zählte er zu den Reichsten unter den Weingutsbesitzern in Kallstadt. Heute noch befindet sich in meinem Besitz eine handschriftliche Liste (leider mit Bleistift geschrieben und deswegen hier nicht reproduzierbar) auf der er seinen Wingert- und Waldbesitz zusammenstellte. Ich werde diese Liste hier transskripiert wiedergeben:
|
Besitz Martin Hartung III., Kallstadt |
|
| |
|
|
Steuergemeinde Dürkheim |
|
|
|
Plannr. |
Bezeichnung: |
Ar |
qm |
|
3121 |
Acker mit Korn in der 13ten Bruchgewann |
14 |
0 |
|
299 1/2 |
Wiese in der zweite Bruchgewann |
21 |
80 |
|
3073 |
Wiese in der fünften Bruchgewann |
29 |
30 |
|
2271 |
Wiese am Katzenkopf, Bann Erpolzheim |
21 |
0 |
|
3698 1/2 |
Wiese in der breiten Allmende Ungstein |
3 |
90 |
|
572 |
Bann Erpolzheim in der Langgewann Wingert |
24 |
0 |
|
605 |
Bann Erpolzheim in der Langgewann Acker mit Kartoffel |
7 |
0 |
|
666 |
Bann Erpolzheim in der Langgewann Acker mit Korn |
18 |
20 |
|
678 |
Acker mit Dickrüben |
28 |
0 |
|
672 |
Acker mit Gerste |
27 |
0 |
|
600 |
Acker mit Korn in der 13ten Bruchgewann |
18 |
0 |
|
280 |
Wingert in der Trift |
6 |
50 |
|
427 |
Wingert im Erpolzheimer Weg |
3 |
0 |
|
428 |
Acker daselbst mit Mais |
6 |
80 |
|
738 |
Acker an der Meisenbach mit Klee |
6 |
80 |
|
768 |
Wingert allda |
54 |
0 |
|
768 |
Acker allda |
18 |
20 |
|
942 |
Acker in der Langgewann mit Kartoffel |
10 |
60 |
|
1029 |
Wingert in der Mittelgewann |
16 |
40 |
|
1098 |
Wingert am Rudelstein |
8 |
60 |
|
1165 |
Wingert am Hibbaum |
5 |
10 |
|
1193 |
Wingert am Hibbaum |
13 |
50 |
|
1259 1/2 |
Wingert am vorderen Kreuz |
11 |
60 |
|
1304 |
Acker im hinteren Kreuz mit Korn |
8 |
0 |
|
1334 |
Wingert am Saumagen |
7 |
0 |
|
2236 |
Acker im Hasenlauf mit Kartoffel |
11 |
60 |
|
2355 |
Wingert auf dem Kobnert |
14 |
0 |
|
2360 |
Wingert allda |
5 |
40 |
|
2231 |
Acker im Hasenlauf mit Kartoffel |
11 |
20 |
|
1919 |
Wingert im Horn |
8 |
70 |
|
2253 |
Wingert im Hasenlauf |
13 |
0 |
|
2167 1/2 |
Acker auf dem Kreuz mit Kartoffel |
6 |
40 |
|
1210 |
Wingert auf dem Hibbaum |
5 |
30 |
|
1341 |
Wingert am Steinacker auch Kreuz genannt |
6 |
40 |
|
900 |
Acker in der Langgewann, Baumstück Freinsheimer Eck gen. |
6 |
70 |
|
900 |
Rott daselbst |
10 |
0 |
|
2259 |
Wingert auf dem Kobnert |
5 |
80 |
|
1595 |
Acker auf der Nill mit Klee |
6 |
40 |
|
2258 |
Wingert im Hasenlauf |
12 |
10 |
|
1858 1/2 |
Wingert im Bettenthal |
11 |
60 |
|
314 |
Acker im Immengarten, Pflanzstück, Bohnen, Kraut, Salat |
2 |
40 |
|
447 |
Wingert im Freinsheimer Weg |
11 |
80 |
|
915 |
Wingert am Zeisenbiehl |
18 |
60 |
|
941 |
Acker in der Langgewann mit Kartoffel |
12 |
50 |
|
1858 |
Wingert im Bettenthal |
6 |
80 |
|
1916 1/2 |
Wingert im Horn |
5 |
80 |
|
304 |
Im Immengarten, Wurzelrebenland |
5 |
20 |
|
1476 |
Wingert im Langen Steinacker |
11 |
80 |
|
1632 |
Wingert im Herxheimer Weg |
18 |
70 |
|
1739 |
Wingert am Gauberg |
9 |
50 |
|
2216 |
Wingert im Wolferfroren genannt Held |
14 |
0 |
|
846 1/2 |
Wingert im Zeisenböhl |
18 |
0 |
|
845 |
Wingert im Zeisenböhl |
18 |
0 |
|
1624 |
Acker am Herxheimer Weg mit Hafer |
5 |
20 |
|
1624 1/2 |
Acker am Herxheimer Weg mit Hafer |
5 |
20 |
|
1724 |
Acker am Gauberg mit Klee |
6 |
50 |
|
990 |
Acker in der Langgewann mit Hafer |
20 |
0 |
|
990 |
Wingert daselbst |
8 |
0 |
|
767 |
Wingert in der Meisenbach |
13 |
80 |
|
1021 |
Wingert in der Mittelgewann |
13 |
40 |
|
2356 |
Wingert auf dem Kobnert |
6 |
80 |
|
2254 |
Wingert im Hasenlauf |
12 |
10 |
|
1317 1/2 |
Acker im hinteren Kreuz mit Klee |
14 |
0 |
|
1399 |
Wingert im Steinacker |
7 |
80 |
|
155 |
Haus Nummer 142, Wohnhaus, Keller, Scheune, Stall, Schopp |
|
|
|
|
und Hofraum in der Engelgasse |
3 |
70 |
|
155 1/2 |
Beim Haus Wein- und Pflanzgarten mit Tuchbleiche |
8 |
70 |
|
156 |
dto. |
|
|
|
153 1/2 |
Hausnummer 94, Wohnhaus, Scheuer, Stall m. Schoppen, |
|
|
|
|
Hof, Keller und allem Zubehör an der Dürkheimer=Grün- |
|
|
|
|
stadter Strasse |
2 |
60 |
|
1025 1/2 |
Bann Altleiniger Kiefernwald am Schedthalerhang 3 ha |
5 |
40 |
Martin Hartung III. zeichnete sich durch Grosszügigkeit und Güte aus, so vermachte er seinem langjährigen Knecht Georg Spohrer ein eigenes Stück Feld und erfüllte Ihm des weiteren seinen Wunsch als er bei ihm die Dienste liquidierte. Er wünsche sich lediglich ein Stück Brot, ein Stück Wurst und ein Stück Wein, was auf Anhieb sehr bescheiden klang jedoch ist in unserer Heimat, der Pfalz ein Stück Wein immerhin ein Fass von 1200 Litern.
Einmal soll er mit der Kutsche nach Bad Dürkheim gefahren sein und ein armer Junge saß am Bahnhof und verdiente sich sein Brot mit Brezelverkauf. Diesem kaufte er seinen ganzen Korb für 20 Goldmark ab und verschenkte diese unter die Kinder.
Eine seiner Schwestern klagte im Alter, dass Sie nach dem Tode ihres Gemahls all ihren Besitz an ihre Kinder überschrieben habe und es seither von diesen „immer so schlecht gemacht bekommt“, so fuhr er mit Kutsche, knecht und Fuhrwerk in den nahe gelegenen Ort und holte diese mit „Sack und Pack“ ab und lies sie bis zu ihrem Tode 1906 bei sich wohnen.
In den 80er Jahren des 19.Jahrundert waren die Zeiten in Kallstadt um die Landwirtschaft und um den Weinbau sehr schlecht bestellt und einige entfernte Verwandte sahen den einzigen Ausweg ihr neues Glück zu machen in der Auswanderung in die Vereinigten Staaten von Amerika, das „gelobte Land“, er finanzierte oftmals die kostspielige Reise per Dampfer für diese, was anhand von Dankbriefen heute noch vorliegt.
Martin Hartung verstarb am 10. September 1914 in Kallstadt an Altersschwäche. Fast die ganze Dorfbevölkerung nahm an seinem Begräbnis teil und zahlreiche Redner erwiesen ihm die letzte Ehre.
Marie Hartung geb. Stauch seine Gemahlin war ihm bereits am 04.März 1912 im Tode vorausgegangen.
Aus dieser Ehe gingen 9 Kinder hervor, von denen jedoch zwei im Kindesalter verstarben und zwar Sophia 1862 – 1862 und Martin 1866 – 1866.
1824 – 1906

Charlotte Hartung war mit dem in Pfeffingen lebenden Weingutsbesitzer Johann Adam Schnell verheiratet, heute existiert dieses renommierte Weingut unter dem Namen Fuhrmann-Eymael.
Ihre Tochter Maria heiratet den aus Kallstadt stammenden Weingutsbesitzer Philipp Koch. Hierdurch besteht die verwandtschaftliche Beziehung zum Weingut Kuch und Koch in Kallstadt
Charlotte Hartung, verehelichte Bender
1863 – 1947

Charlotte Hartung erblickte am 26. Juni 1863 in Kallstadt als zweites Kind der Eheleute Martin Hartung III. und Maria geb. Stauch das Licht der Welt.
Am 30. August 1890 ehelichte sie den ebenfalls aus Kallstadt stammenden Schmied Lorenz Bender. Sie verstarb am 21. Januar 1947 in Kallstadt.

Anlässlich des 75.Geburtstages von Lorenz Bender
(Lorenz Bender und Charlotte Hartung stehend
Mathilde Kassner, Arthur Bender und Lieselotte Bender sitzend)
Aus dieser Ehe gingen drei Kinder hervor:
Georg Martin Bender
1891 – 1947

Georg Martin Bender wurde am 29.Mai 1891 in Kallstadt geboren und ehelichte am 16.August 1921 Elisabeth Weisenborn. Er verstarb am 13.Juni 1947 in Frankenthal. Er hatte zwei Kinder Arthur Bender und Elisabeth Charlotte (Liselotte) Bender verheiratete Fleischmann.
Wilhelm Bender
1893

Wilhelm Bender wurde am 6. Januar 1893 in Kallstadt geboren und ehelichte Katharina Baab. Aus dieser Ehe gingen drei Kinder hervor Gottfried, Hermann und Julius Bender.
Emma Bender, verehelichte Kassner
1899

Emma Bender war am 28.Mai 1899 in Kallstadt geboren und heiratete am 8.Dezember 1923 Karl Kassner aus Freinsheim, beide hatten eine Tochter Mathilde Kassner, verehelichte Simon in Freinsheim.
Johann Michael Hartung
genannt Jean
1868 – 1943

Jean Hartung wurde am 26.Oktober 1868 in Kallstadt geboren, er war sehr gutmütig und zog nach dem Tode der Eltern zu seiner ältesten Schwester Charlotte Bender geb. Hartung, die ihn umsorgte und später seinen elterlichen Erbteil übernahm. Er verstarb am 01. Januar 1943 in Kallstadt.
Philipp Lorenz Hartung war der zweitgeborene Sohn von Martin Hartung III. und Marie geb. Stauch er erblickte das Licht der Welt am 20.Oktober 1869 in Kallstadt verstarb jedoch unvermählt mit nicht mal 30 Jahren am 14.Mai 1896 im elterlichen Haus in Kallstadt.
Georg Hartung
1870 – 1939

Georg Hartung war am 01.November 1870 in Kallstadt geboren, zu dieser Zeit war sein Vater Martin Hartung III. bereits in den Deutsch-Französischen Krieg als Soldat eingerückt. Georg Hartung in der Familie liebevoll Onkel Schorsch genannt, heiratete am 23.Dezember 1914 in Kallstadt Marie Schuster. Dieser Frau war er genau wie seiner einzigen Tochter Maria Magdalena (Helene) Hartung liebevoll zugewandt. Er verstarb im Alter von 68 Jahren am 7. Oktober 1939 in Kallstadt.
Helen Hartung (seine Tochter)
geb. 1920

Helene, eigentlich Maria Magdalena Hartung wurde am 2.Juni 1920 in Kallstadt geboren. Sie heiratete am 28. Februar 1939 in Kallstadt Eugen Schröder. Aus dieser Ehe gingen zwei Kinder hervor Gerhard und Hannelore.
Sie und Ihr Mann Eugen Schröder gründeten das Weingut in der Hebengasse in Kallstadt.

Helene Schröder verstarb am 04.Februar 2005 in ihrem Haus in Kallstadt
Als nächste Kind von Martin Hartung III. und seiner Frau Marie geb. Stauch kam mein Urgrossvater
Gottfried Hartung
1875 – 1940

am 31. Januar 1875 in Kallstadt zur Welt. Gottfried Hartung war ein überzeugter Anhänger der Monarchie, lange Jahre erster Vorsitzender des Krieger- und Militärvereins Kallstadt und später des Stahlhelmbundes. Er ehelichte am 11.November 1913 in Ludwigshafen die aus Ellerstadt stammende Anna Karolina (Lina) Mann.
Oma Lina war eine herzensgute Frau, die Ihr Leben in den Dienst ihrer Familie stellte, sie wurde am 9. November 1887 in Ellerstadt als Tochter des Gutsbesitzers Peter Mann und seiner Frau Margaretha geb. Geiger geboren.
Und verstarb am 27.April 1969 zuhause in Kallstadt.
Gottfried Hartung diente beim Militär in Würzburg und im ersten Weltkrieg Als Unteroffizier im Elsass.
Mein Urgrossvater Gottfried Hartung verstarb am 4. August 1940 in Kallstadt. Nachdem er lange Zeit an Prostatakrebs litt im Alter von 65 Jahren.
Aus der Ehe mit Lina Mann hatte er zwei Kinder, meine Grossmutter Emma Paula Hartung verehelichte Freund geb. am 31.März 1916 in Kallstadt.

Emma Freund geb.Hartung mit ihrem Sohn Roland Freund
Die am 5.Mai 1936 in Kallstadt Philipp Freund heiratete und Hedwig Hartung geb. am 4.Juni 1918 in Kallstadt die mit Eugen Hartkorn verheiratet war und eine Tochter Heid verheiratete Weber in Weisenheim am Berg hat.
Meine Grosseltern haben zwei Kinder mein Vater Roland Adolf Freund geb.1936 und Annerose Elsbeth Freund verheiratete Neumannn geb.1950 .
Gottfried Hartung hielt in seiner Eigenschaft als Vereinsvorsitzender des Krieger und Militärvereins zahlreiche Reden, hier sei nur eine am Heldengedenktag gehaltene wiedergegeben:
Werte Anwesende !
Wir sind heute hierher getreten um unseren tapferen gefallenen Söhnen des Weltkriegs zu gedenken.
Euch 42 tapfere Söhne Kallstadts, die ihr für des Vaterlandes Ehre und Freiheit auf dem Feld der Ehre gefallen seid und fern von der Heimat in fremder Erde ruht, gilt in dieser Stunde heiligstes Gedenken!
Ihr habt in Treue dem Vaterlande gedient, ihr habt für es mutvoll gekämpft, geblutet und gelitten. Ihr starbt für es damit wir Leben.
Und so lege ich nun im Namen des Krieger und Militärvereins zum ehrenden Gedenke diesen Kranz an eurem Denkmal nieder!
Ruhet sanft in fremder Erde !
Martin Hartung IV.
1878 – 1952

Martin Hartung IV. war am 9.März 1878 in Kallstadt als letzter Sohn von Martin Hartung III. und Marie geb. Stauch geboren. Er ehelichte am 17.Februar 1906 in Kallstadt Marie Schröder der er in Liebe ergeben war.
Aus dieser Ehe gingen zwei Kinder hervor, Olga, geb. am 8.1.1908 in Kallstadt und Herta geboren 1914 in Kallstadt.

Martin Hartung IV. mit Tochter Olga
Olga ehelichte später Heinz Müller, aus dieser Ehe entsprossen zwei Söhne Harro Müller geb. am 28.März 1933, der langjährige Ortsbürgermeister von Kallstadt, und sein leider nur all zu früh verstorbener Bruder Gert-Martin Müller geb. am 27.Mai 1935.

Die Gebrüder Hartung und ihre Frauen anlässlich der silbernen Hochzeit von Martin Hartung IV. 1931
Martin Hartung verstarb am 20.September 1952 in Kallstadt als letzter Spross der Kinder Martin III.
Marie Hartung verheiratete Biebinger
1881 – 1940

Marie Hartung war das jüngste Kind von Martin Hartung III. und Marie geb. Stauch sie wurde am 10.Februar 1881 in Kallstadt geboren und ehelichte am 26.Mai 1906 in Kallstadt den aus Mutterstadt stammenden Bäckermeister August Biebinger. Sie verstarb 1940 in Mutterstadt. Beide hatten eine Tochter Elsa die mit Sanitätsrat Dr. Friedrich Scholl in Mutterstadt verheiratet war sie hatten vier Kinder, Christa, Hermann, Wolfgang und Marliese.
In Kallstadt waren in längst vergangener Zeit in den 20er und 30er Jahren des vergangenen Jahrhundert die Gebrüder Hartung wegen ihres Zusammenhalts und ihrer bedingungslosen Verbundenheit ein sicheres Bollwerk gegen den Zerfall der Grossfamilie, was blieb ist die Erinnerung !
Mannheim im März 2004
Christian Freund
Die Familie
von
Johann Philipp Hartung
und
Anna Charitas geb. Christ
aus Kallstadt

Johann Philipp Hartung wurde am 25.August 1821 in Kallstadt als erster Sohn des Weingutbesitzers Johann Martin Hartung und dessen Ehefrau Anna Christina geb. Hensel geboren.
Er ehelichte am 9.Juli 1851 in Kallstadt Anna Charitas Christ, die Tochter des Gutsbesitzers Johannes Christ und der Phillipina Klingenschmitt, ihr Vater hieß Andreas Klingenschmitt und war protestantischer Lehrer in Weisenheim am Berg stammte von Morschheim bei Kirchheimbolanden.
Johann Philipp Hartung führte Eintragungen in einem alten Notizbuch aus dem späten 18.Jahrhundert, welches sich heute noch in meinem Besitz befindet.
Johann Philipp Hartung verstarb fast 89 jährig am 18.April 1910 in Kallstadt, Anna Charitas Hartung geb. Christ bereits am 17.März 1906 in Kallstadt.
John Hartung
1852-1913

(eigentlich Johannes Hartung)
Uns sind folgende Kinder aus dieser Ehe bekannt:

eines der Kinder John Hartungs
1. Charles geb. 25.August 1886 (katholisch getauft) verstarb mit 4 Monaten kurz vor Weihnachten 1886
2. John Paul geb. 25.Februar 1888
3. Ilde geb. 23. September 1890

Registrierung John Alexander Waldemar Hartungs im 1.Weltkrieg
4. John Alexander Waldemar geb. 20.September 1895 (ging 1913 mit seinem Onkel Philipp nach Amerika). Waldemar Hartung war Ingenieur im Brauereiwesen und machte eine bahnbrechende Erfindung in seiner Zeit. Er verstarb unverheiratet und kinderlos am 14.Dezember 1943 in Detroit (USA)

Was aus den anderen Nachkommen wurde, ist unbekannt und konnte trotz intensiver Nachforschungen in den USA nicht festgestellt werden.
1854 – 1919

Sabine Hartung
1856 – 1932

1861 – 1945

Marie Hartung war die jüngste Tocher von Johann Philipp Hartung und Anna Charitas geb. Christ. Sie wurde am 7.August 1861 in Kallstadt geboren und verstarb als letzte der Hartung-Geschwister am 09.Februar 1945 in Kallstadt.
Kurze Anekdote:
Mein Vater Roland Freund erinnert sich noch als Kind im Garten der alten Jungfer Hartung gespielt zu haben, dort stand ein grosser Maulbeerbaum auf den sie als Kinder immer gerne kletterten. Marie Hartung kam dann aus dem Haus und schimpfte auf eine gütige Art die Jungen möchten sich doch nicht schmutzig machen.
Philipp Hartung
1865 - 1934

links Friedrich Hartung (Philadelphia) rechts Philipp Hartung
Philipp Hartung war der jüngste Sohn und das letzte Kind von Johann Philipp Hartung und der Anna Charitas geb. Christ. Er wurde am 25. April 1865 in Kallstadt geboren und war seines Berufs, genau wie sein Bruder John, Weinexporteur. Er verstarb am 28.September 1934 in Kallstadt. Seine Geschäfte führten ihn insgesamt 15 mal in die Vereinigten Staaten. Über diese Reisen führten seine Schwestern Buch (hierzu verwendeten diese genau das gleiche Notizbuch wie der Vater, Grossvater und Urgrossvater, aus dem 18.Jahrhundert)

Hier die Transskription der Reisebeschreibungen:
1.) Philip reißte am 5ten Juni 1894 mit Dampfer „Vendam über Rotterdamm nach Amerika & kehrte im September 1894 mit Dampfer „Masdam zurück. II.Klasse
2.) Philip reis´t 1895 am 6 Juni mit Dampfer Normania II.Cajüte über Hamburg nach Amerika & kehrte mit Dampfer „Auguste Victoria“ 1. Cajüte die am 8.August 1895 in New-York abgegangen, zurück, kam am 16. August in Hamburg an, hielt sich daselbst geschäftlich 8 Tage auf und kam am 24.August in Kallstadt an.
3.) Reise II. Cajüte Philip reiste am 1 ten Juni (Dienstags) 1897 von hier ab und Donnerstag den 3 Juni 1897 mit Dampfer „Auguste Victoria“ von Hamburg nach Amerika & kehrte Ende November zurück mit Dampfer „Columbia (reißte noch 4 Wochen (war) in Danzig etc.etc.
4.) Philip reißte am 22ten Dez.1898 mit Dampfer „Maasdam“ ab Rotterdam nach Amerika & fuhr am 1.März 1899 mit Dampfer „St.Louis in New York ab & kam am 8tem März 1899 in Sautempten (Southhampton) an. Philip reißte noch einige Tage & kam am 12 März in Kallstadt an. Vater holte ihn ab.
5.) II. Cajüte Philip reißte am 12.Dez. 1899 nach Rotterdam, um mit der Maasdam am 14. Dez. nach Amerika zu reisen; als aber seine Proben nicht rechtzeitig angekommen sind, da reißte er nach Antwerpen & fuhr mit dem Dampfer „Kensington“ Samstags früh am 16ten Dezember 1899 nach New York. Philip reißte am 28ten Februar 1900 mit Dampfer „Friesland“ nach Antwerpen zurück, reißte über Königswinter (daselbst 1 Tag Aufenthalt bei Bellinghausen (Schwager zu Lemmerz) kam am 14.März in Kallstadt an.
6.) II. Cajüte Philip reißte Sonntag den 9.Dezember 1900 nach Bremen & fuhr am 11.ten Dezember mit Dampfer „Kaiser Wilhelm dem Großen“ nach New-York. Er reißte am 5ten März 1901 mit Dampfer „Kaiser Wilhelm dem Großen“ von New-York ab und kam am 13ten März in Bremen an, war am 14 ten März im Elternhause. Vater und Sabina holten ihn in Freinsheim ab
7.) Philip seine 7te Reise nach Amerika 1901 Philip reißte Donnerstag den 12 ten Dezember 1901 nachmittags 4 Uhr Zug ab von Freinsheim nach Bremen und fuhr am Samstag den 15 ten Dezb. 1901 mit Dampfer „Kronprinz Wilhelm“ Iite Cajüte nach Amerika. Dieser Dampfer sollte schon Samstag den 14ten Dez abgehen, hatte aber einen Tag Verspätung & fuhr somit am 15ten Dezember 1901. Prinz Heinrich von Preußen fuhr am 18ten Februar 1902 mit demselben Dampfer nach Amerika (mit seinem Gefolge und kehrte mit Dampfer Deutschland der am 11ten März 1902 von New-York abging zurück. Philip reiste mit dem selben Dampfer mit Prinz Heinrich auf der Deutschland und kam am 18ten März 1902 nach Hamburg bei großartigem Empfang des Prinzen Heinrich von Kaiser Wilhelm. Philip kam am 20ten März nach Kallstadt. Marie & Sabina holten ihn in Freinsheim ab. Vater & Mutter und wir alle hatten große Last, da 1 Brief von Philip irgend wo liegen blieb & 3 Wochen zu spät ankam, so dass Philip schon 2 Tage hier war. Philip reiste hin & zurück II.Cajüte. Prinz Heinrich reiste I.Cajüte.
8.) Philip seine 8te Reise nach Amerika 1902 Philip reiste Donnerstag den 11.Dezemberg 1902 von Kallstadt ab nach Bremen und fuhr am Samstag den 13ten Dez. mit Dampfer „Kaiser Wilhelm dem Großen“ nach Amerika 1te Cajüte. Vater begleitete ihn bis auf den Hibbaum, weiter konnte er nicht mehr gehen, es war furchtbar kalt & Marie ging mit nach Freinsheim zum Zug. Dampfer Kaiser Wilhelm der Große ist am 20.Dezember 1902 Nachts 12 Uhr in New-York glücklich ankomen, laut Bericht einer Postkarte vom Norddeutschen Lloyd in Bremen. Philip reißte am 10ten März 1903 mit Dampfer Kaiser Wilhelm dem Großen 1ter Cajüte von New-York ab und landete am 17ten März 1903 in Bremen & kam Mittwoch zu Hause an, Marie holte ihn ab in Freinsheim am 18ten März. Sabina war in Neustadt bei John & kam am Donnerstag den 19ten März nach Hause da war Philip schon 1 Tag da.
9.) Philip seine 9te Reise nach Amerika 1903 Philip reiste am 29ten November 1903 von Kallstadt ab & fuhr am 1ten Dezember 1903 mit Dampfer Kaiser Wilhelm II. nach Amerika von Bremen ab II te Kajüte (Badenheier von Bergen bei Frankfurt reißte mit) Philipp reißte am 15ten März 1904 früh 5 Uhr mit Dampfer Kaiser Wilhelm II. (demselbigen obigen Dampfer von New-York ab (mit Grosherzog von Oldenburg Passagier) und kam am 23ten März 1904 in Kallstadt an & Sabina holte ihn ab.
10.) Philip seine 10te Reise nach Amerika 1904 Philip reiste heute den 4.Dezember 1904 von hier ab nach Bremen und fährt mit Kaiser Wilhelm dem Großen am 6 Dezember (also am Dienstag nach Amerika, 2te Kajüte. Dieser Dampfer kam nach der schlimmsten Reise am 17ten Dezember in New-York an. Das Schiff hatte unaufhörlich gegen schwere Weststürme zu kämpfen. Am 10ten Dezember geriet das Schiff in einen Wirbelsturm der eine Windstärke von 75 englischen Meilen in der Stunde hatte. Am nächsten Tag wurde das Schiff von einem gleich schweren Wirbelsturm erfasst. Unter den Fahrgästen 2ter Cajüte brach eine Panik aus. Sie fielen auf die Knie & beteten (dies stand im Dürkheimer Anzeiger geschrieben. Der Wind war so stark, dass der Dampfer mehrere Male um seine eigene Achse gedreht wurde & dem Steuer nicht mehr gehorchte. Während der ganzen Reise schlief der Kapitän nur eine einzige Nacht, er und die Offiziere kamen völlig erschöpft in New-York an. Philip reißte am 21ten März 1905 von New-York ab mit Dampfer Kronprinz Wilhelm II.Kajüte und kam am 28ten März unverhofft im elterlichen Hause an. Philip ist auf dem Schiff gefallen & hat sich am fuß sehr weh gethan.
11.) Philip seine 11te Reise nach Amerika 1905 Philip reiste heute den 10ten Dezb. Von hier ab & nach Bremen und fährt mit Dampfer Kaiser Wilhelm dem Großen am 12ten Dezb. 2te Kajüte nach Amerika. Er reißte nach San-Franzisco (Californien). Er trat seine Rückreise an mit Dampfer Kaiser Wilhelm dem Großen am 10.April 1906 & kam Mitwoch den 18ten April 2 Tage nach Ostern hier an, und die Mutter war am 17ten März gestorben. Es war sehr traurig für uns alle. Phil versprach am 1ten März hier zu sein & hat seine Reise durch das Californien bereisen sich verlängert & die Mutter hatte furchtbares Heimweh sie fühlte dass sie nicht mehr lange Leben konnte & sehnte sich so nach Philipp & ihre letzten Worte einen Tag vorher sagte sie : Mein Lieber, mein Lieber & weinte die liebe gute Mutter, sie ruhe sanft ! Auf Wiedersehn ! 1906 hat Vater sich schwer am Ofen verbrannt, es war lebensgefährlich & wurde die Reise ausgesetzt in diesem Jahre.
12.) Philip seine 12. Reise nach Amerika 1907 Philip reiste am 12ten Dezember 1907 von hier ab, nach Bremen & reiste mit Dampfer Kronprinz Wilhelm 1te Cajüte nach Amerika am 14ten Dez. &kam am 21.Dezember laut Telegramm vom Norddeutschen Lloyd Bremen Mittags um 1 Uhr in New York an. Philip reiste am 30ten April 1908 mit Dampfer Deutschland in New York ab & kam am 8ten Mai in Kallstadt an. Philip bereiste ganz Californien, Seattle, Los Angeles.
13.) Philip seine 13te Reise nach Amerika 1908 Philip reiste am Sonntag den 22ten November 1908 von Kallstadt ab nach Bremen & fuhr am 24ten Novb. Mit Dampfer Kaiser Wilhelm II. nach Amerika. 1te Cajüte. Philip reiste am 22ten Mai 09 mit Dampfer Kronprinzessin Cecilie von New-York ab nach Bremen. Philip blieb 1909 zuhause da Vater sehr krank war & am 18ten Februar 1910 gestorben ist, abends während die Uhr 7 Uhr schlug.
14.) Philip seine 14.Reise nach Amerika Philip reiste am 27ten November 1910 von Kallstadt nach Bremen ab & fuhr am 29ten November mit Dampfer Kaiser Wilhelm dem Großen 1te Kajüte ab & kam am ... in New-York an. Philip reiste ab mit Kaiser Wilhelm d. 5.Sept. 1911 nach Deutschland und kam am 13ten Sept. 1911 in Kallstadt an. Er war ¾ Jahr in Amerika.
15.) Philip seine 15te Reise nach Amerika 1913 Philipp reiste mit Bruder John seinem 18 Jahre alten Sohn (John Hartung) am 16ten November 1913 von Kallstadt ab nach Bremen und fuhren mit Dampfer Kronprinzessin Cecilie am 18ten November 1913 nach Amerika. Philipp reißte in ganz Amerika & dann mit Dampfer Rhindam am 8ten September 1914 von New-York ab und kam am 26 Sept. in Rotterdam an (während des Krieges) das Schiff war von den Engländern 3mal in Gefangenschaft genommen 1.) 5 Tage, 2.) 1 Tag 3.) 1 Tag somit 7 Tage Verspätung. Sieben junge Deutsche-Amerikaner wurden trotzdem sie sich auf dem Schiff versteckt hatten, von den Engländern weggenommen in Gefangenschaft.
Abschließender Bericht:
Die Kinder des Johann Philipp Hartung und seiner Frau Anna Charitas geb. Christ, sprich, Elisabeth, Marie, Sabine und Philipp galten in Kallstadt als „sonderbar“, denn war das Hauptaugenmerk der Landbevölkerung in dieser Zeit, wie auch noch in der heutigen, auf das Überleben in der Landwirtschaft, ja im Weinbau gerichtet. So befassten sich Genannte meist mit schöngeistigen Dingen. Sie spielten Klavier, lasen viel und tiefgründige Literatur, die nur all zu schwer zu verstehen war für viele und beschäftigten sich mit musisch-kulturellen Dingen. Heute ist es schwer zu sagen, weshalb und warum - wahrscheinlich hatten diese, feinsinnigen Geister das Erbe ihrer Ahnen, der Orgelbauerfamilie Hartung, im Blut. Es ist schade und bedauerlich, dass wir als Spätgeborene nur so wenig - und doch soviel über diese Menschen erfahren konnten, wäre es doch ein Interessantes gewesen, hätten wir persönlich die Anekdoten und Geschichten ihres Lebens und Ihrer Erfahrungen aufzeichnen können. Ein Stück Familiengeschichte findet somit seinen Abschluss.
Mannheim, im März 2004
Christian Freund
Die Geschichte der
Familie von
Ludwig Hartung
und
Anna Margaretha
geb. Heinz
Ludwig Hartung wurde als dritter Sohn und sechstes Kind der Eheleute Johann Martin Hartung und Anna Christina Hensel am 29.03.1833 in Kallstadt geboren.
Am 28.02.1861 ehelichte er Anna Margaretha Heinz in Kallstadt. Er verstarb am 04.04.1886 in Kallstadt.
Aus dieser Ehe gingen sieben Kinder hervor:
Georg Hartung
Er wurde am 22.08.1861 in Kallstadt als erster Sohn geboren.
Er war unverheiratet jedoch hatte er eine Beziehung zu Anna Maria Weisenborn, welche am 05.12.1881 ihm damals 17jährig eine Tochter Marie gebahr. Diese ehelichte später ihren eigenen Onkel und Bruder Ihres Vaters Ludwig Hartung. Näheres folgt noch.
Georg Hartung verstarb am 06.01.1910 in Kallstadt auf tragische Weise.
Anna Margaretha Hartung

Ludwig Hartung III.

(Ludwig Hartung III. als Soldat in Metz)
Ludwig Hartung III. wurde am 15.10.1871 in Kallstadt geboren. Am 26.05.1900 ehelichte er in Ludwigshafen am Rhein seine Nichte Marie Hartung – Weisenborn. Diese Ehe war laut Personenstandsgesetz nicht zulässig, da der Verwandtschaftsgrad zu nah war, deshalb musste das Amtsgericht in Frankenthal nachträglich dieser Eheschliessung zustimmen, was es auch tat, da bereits 1899 eine Tochter Helene geboren worden war.
Marie Hartung (geb. 1881) mit Ihren Töchtern Helene und Margarethe
Der enge Verwandtschaftsgrad und die somit verwobenen Familienverhältnisse führten zur Tragödie.
Hier zunächst die Kinder von Ludwig Hartung III. und Marie Hartung :
Helene Hartung

die älteste Tochter wurde am 26.12.1899 in Kallstadt geboren und verstarb im September 1979. Sie litt Zeit ihres Lebens unter starker Nervosität und nach ihrer USA Reise zur Familie Ihres Onkels Friedrich Hartung nach Philadelphia 1925 kehrte sie sehr verwirrt wieder nach Deutschland zurück. Dieser Zustand ändert sich nicht mehr.
Margarethe Hartung

wurde am 04.02.1902 in Kallstadt geboren und führte für die gesamte Familie den Haushalt. Sie verstarb als letzte dieses Hartung – Zweiges.
Friedrich Hartung

wurde am 10.07.1904 in Kallstadt geboren und verstarb unverehelicht im November 1977.
Er lebte mit seinen beiden Schwestern zusammen und litt ebenfalls lebenslang an Nervosität.
Marie Hartung

hier mit ihrem Sohn Rudolf
Marie Hartung wurde am 05.05.1908 in Kallstadt geboren und war mit Rudolf Georgens in Ungstein verheiratet. Aus dieser Ehe ging ein Sohn Rudolf hervor.
Marie verstarb am 25.02.1981 in Ungstein.
Elsa Hartung
wurde am 14.07.1911 in Kallstadt geboren und verstarb nach drei Monaten am 14.10.1911 ebenda.
Ludwig Wilhelm Hartung

wurde am 01.02.1917 in Kallstadt geboren und verstarb im Dezember 1987. Verheiratete war er mit Emilie Lukas. Er hinterlies einen Sohn Roland Hartung.
Paula Hartung

hier mit Ihrem Neffen Rudolf Georgens jr.
Paula wurde am 20.03.1919 in Kallstadt geboren und verstarb auf tragische Weise im März 1938 in Kallstadt.
Eine weitere Tochter der Eheleute Ludwig und Anna Margaretha Hartung war Marie Hartung geb. am 05.12.1874 in Kallstadt und gest. am 27.05.1897 in Kallstadt.
Helene Hartung
links ihre Schwester Margarethe und stehend links Helene Hartung aufgenommen in USA
Helene wurde am 18.02.1877 in Kallstadt geboren, sie wanderte mit ihrer Schwester Margarethe nach Philadelphia USA aus. Dort ehelichte sie William Baker. Diese Ehe blieb jedoch kinderlos und sie verstarb 1952 in Philadelphia.
Friedrich Hartung

Er war am 23.10.1864 in Kallstadt geboren und wanderte genau wie seine beiden Schwestern nach Philadelphia aus wo er zunächst als Bierkutscher arbeitete, später dann ein Cafe eröffnete.
hier als Kutscher für die Brauerei Berger & Engel in Philadelphia
Gemeinsam mit seiner ebenfalls aus Kallstadt stammenden Frau Katharina geb. Bender erwarb er im fast nur deutschstämmigen Viertel Philadelphias ein Haus und eröffnete dort sein Lokal.
er war passionierter Jäger
Er verstarb im 25.August 1926 und die deutschsprachige Zeitung Philadelphias schrieb folgendes über seine Beerdigung:
